Zahl des Monats: 45,7 Prozent

Aktueller Demokratieindex verdeutlicht weltweite Bedrohung demokratischer Grundwerte

Laut #Demokratieindex 2021 der Economist-Gruppe leben nur noch 45,7 Prozent der Weltbevölkerung in einer Form der Demokratie. Damit ist die Zahl der demokratisch regierten Staaten weltweit weiter rückläufig – und mehr als ein Drittel (37,1%) der Weltbevölkerung lebte 2021 sogar in einer Diktatur!

Der jährlich erscheinende EIU Demokratieindex beurteilt die politische Situation aller Länder weltweit anhand folgender fünf Kategorien: Wahlprozess und -pluralismus, zivilgesellschaftliche Freiheiten, Funktionsweise der Regierung, politische Beteiligung und politische Kultur (mit insgesamt 60 weiteren Unterindikatoren). Jedes Land wird auf Grundlage der durchschnittlich erzielten Punktzahl in eine vor vier Regimetypen von vollständiger zu fehlerhafter Demokratie und hybridem Regime zu autoritärem Regime eingeteilt.

Zum Spitzenreiter in Sachen Demokratie wurde 2021 Norwegen mit 9,75 von 10 möglichen Punkten gekürt, gefolgt von Neuseeland und Finnland sowie weiteren skandinavischen Ländern. Deutschland erreichte dieselbe Punktezahl wie im Vorjahr 2020 und landete damit als „vollwertige Demokratie“ auf Platz 15.

Spanien wurde aufgrund einer schlechteren Einschätzung der Unabhängigkeit der Justiz zur „mangelhaften Demokratie“ herabgestuft. Auch Großbritannien musste einige Plätze aufgrund diverser Skandale der britischen Regierung (wie zuletzt der „Partygate-Affäre“) einbüßen, der Status „vollständige Demokratie“ blieb allerdings erhalten.

Die ost-europäischen Staaten Moldau, Montenegro und Nordmazedonien konnten ihren Status in die nächsthöhere Kategorie „fehlerhafte Demokratie“ verbessern.

Außerhalb Europas wurde Chile zur „fehlerhaften Demokratie“ und Ecuador, Mexiko, Paraguay und Tunesien als „hybride Regime“ herabgestuft. Mauretanien wiederrum schaffte es eine Kategorie noch oben als „hybrides Regime“. Kirgisistan, Haiti und Libanon wurden zu „autoritären Regimen“ degradiert.

Innerhalb der Kategorien gab es neben einigen Verbesserungen auch dramatische Rückgänge prominentestes Beispiel dafür war 2021 Afghanistan. Aber auch China wurde eine unrühmliche Rolle zuteil, da das Land trotz steigenden Reichtums unfreier geworden ist.

Der weltweiten Bedrohung demokratischer Grundwerte möchten wir etwas entgegensetzen, indem wir gemeinsam Demokratie stärken und uns weiterbilden, austauschen und so gemeinsam für mehr Vielfalt und Nachhaltigkeit ins Handeln kommen können – wir zählen auf Euch!